Wärmewende gemeinsam gestalten
Beim fünften Netzwerktreffen des Kommunalen Klimaschutznetzwerks Ebersberg-München am Dienstag (19.05.) in Poing tauschten sich die Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Kommunen intensiv über die Bedeutung der Tiefengeothermie für die Wärmewende aus. Im Mittelpunkt standen nicht nur aktuelle Herausforderungen der kommunalen Wärmeplanung, sondern auch die Chancen von Geothermie im Hinblick auf Versorgungssicherheit, Preisstabilität und regionale Wertschöpfung.
Warm, dunkel und erfüllt vom gleichmäßigen Brummen der Anlagen: Bei der Führung durch die Geothermie-Anlage Poing konnten die Teilnehmenden die Wärmewende unmittelbar erleben. Zwischen Kesseln, Wärmetauschern und Rohrleitungen erhielten sie praktische Einblicke in die Infrastruktur, die Teile Poings zuverlässig mit Wärme versorgt. Mitarbeitende der Bayernwerk Natur GmbH erläuterten das Zusammenspiel von Geothermie, Wärmepumpen und zusätzlichen Gaskapazitäten für Lastspitzen – immer mit dem Ziel, eine sichere Wärmeversorgung zu gewährleisten: „Damit im Winter niemand friert."
Erfahrungsaustausch zur kommunalen Wärmeplanung
Zuvor hatte Poings Erster Bürgermeister Thomas Stark im Sitzungssaal der Freiwilligen Feuerwehr Einblicke in den aktuellen Stand der kommunalen Wärmeplanung vor Ort gegeben. Dabei betonte er die gute Ausgangsbedingungen der Gemeinde durch die bereits langjährige Nutzung der Tiefengeothermie sowie die breite politische und gesellschaftliche Unterstützung dafür. „Unser Ziel ist es, eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Wärmeversorgung für alle Bürger zu gewährleisten. Wir sind auf einem guten Weg und gemeinsam im Netzwerk kommen wir noch besser voran", so Thomas Stark.
Tiefengeothermie als Schlüssel zur Versorgungssicherheit in der Region
Lea Schmidtke, Projektmanagerin für Energie- und Klimaschutzberatung beim Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) in Rosenheim, das gemeinsam mit der Energieagentur Ebersberg-München das Klimaschutznetzwerk begleitet, gab einen Überblick über die Durchführungsschritte bei der kommunalen Wärmeplanung. Kommunalberater Marius Waldvogel und Katja Finkenzeller von der Energieagentur erläuterten darauf aufbauend geologische Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für einen wirtschaftlichen Betrieb von Tiefengeothermie. Marius Waldvogel fasste zusammen: „Tiefengeothermie ist in allen Kommunen des Klimaschutzwerks eine klimafreundliche, regionale und grundlastfähige Option zur Wärmegewinnung."
Tiefengeothermie: Großes Potenzial für Bayern
Details zur Planung und Umsetzung von Tiefengeothermie-Projekten im Freistaat gab es von Mareike Melain von der Koordinationsstelle Tiefengeothermie Bayern. Derzeit stamme nur etwas mehr als ein Prozent der Wärmeversorgung In Bayern aus Tiefengeothermie – bis 2050 solle dieser Anteil auf rund 25 Prozent steigen. Dafür sei ein massiver Ausbau notwendig.
„Das eine Prozent könnte einen ernüchtern. Aber man kann es auch so sehen, dass wir Teil eines ganz spannenden Abschnitts der Wärmewende sind – und wir freuen uns auf diese Herausforderung", so Melain. Die Technologie habe großes Potenzial, denn sie liefere dauerhaft verfügbare Wärme, stärke die regionale Wertschöpfung und schaffe wirtschaftliche Planungssicherheit. Gleichzeitig seien hohe Investitionskosten, lange Planungsphasen und geologische Risiken Herausforderungen bei der Umsetzung. Als wichtige Erfolgsfaktoren betonte sie stabile Förderbedingungen und politische Verlässlichkeit.
Kommunen setzen auf Austausch und Bürgerkommunikation
Gemeinsam erarbeiteten die Teilnehmenden schließlich offene Fragen und Herausforderungen bei der Durchführung von kommunalen Tiefengeothermie-Projekten in der Praxis. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung einer aktiven Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. Kommunen müssten frühzeitig informieren, transparent kommunizieren und die Menschen bei der Wärmewende mitnehmen.
Das nächste Netzwerktreffen findet am 22.09.2026 in Pullach zum Thema „Kommunales Energiemanagement" statt.













