Energieagentur Ebersberg - München

Sie fragen, wir antworten: Unsere FAQ zur E-Mobilität

Anschaffung

Warum sollte ich mir ein E-Auto kaufen?
  • Um den Klimawandel abzubremsen, sind Umstellungen in allen Bereichen des modernen Lebens notwendig – auch im Verkehr.Denn die Abgase aller Pkw in Deutschland tragen mit insgesamt über 10 Prozent zu den Treibhausgasemissionen unseres Landes bei (Quelle: Karl-Martin Hentschel, Handbuch Klimaschutz, 2020, S. 74).
  • Dazu kommt die Luftverschmutzung: Deutschland wurde vom Europäischen Gerichtshof wegen zu stark verschmutzter Luft in einigen Städten sogar verurteilt (2021). Elektrofahrzeuge stoßen im Gegensatz zu Verbrennern keinerlei Stickoxide oder Feinstaub aus.
Tragen E-Autos tatsächlich zum Klimaschutz bei?
  • Damit Deutschland seine Treibhausgasminderungsziele einhalten kann, müssen die Emissionen im Verkehr von 2020 bis 2030 um 42 Prozent abnehmen (Quelle: Umweltbundesamt). Elektromobilität kann dabei helfen, weil die CO2-Emissionen deutlich geringer sindals die von Verbrennungsmotoren.
  • Jedoch reicht der Wechsel des Antriebs auf lange Sicht nicht allein. Benötigt wird außerdem der Umstieg von motorisiertem Individual- auf öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie das Nutzen von Sharing- und Pooling-Diensten. Ferner sollten Wege unter 5 km zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden. Dieses Gesamtpaket wird unter dem Stichwort „Mobilitätswende" zusammengefasst.
Sollte man auf Wasserstoff-Autos warten?
  • Wie überall wird sich auch im Bereich der alternativen Antriebe auf Dauer die effizienteste Variante durchsetzen. Der Wirkungsgrad von der Erzeugung bis zur Nutzung der Energie im Fahrzeug beträgt bei reinen Elektroautos 77 Prozent, während er bei Wasserstoff-Autos bei nur 30 Prozent liegt (mehr dazu hier).
  • Würde man die gesamte deutsche Fahrzeugflotte auf Wasserstoff-Pkw umstellen, bräuchte man dafür die 3 bis 5-fache Menge an erneuerbarer Erzeugung – vornehmlich aus Wind- und Solarkraft. Zusätzlich ist zu bedenken, dass Wasserstoff zukünftig für weitaus vielfältigere Prozesse als das Autofahren genutzt werden muss, z. B. für industrielle Fertigungsprozesse. Im Fazit werden keine relevanten Mengen an grünem Wasserstoff für den normalen Autoverkehr übrigbleiben.
Worauf sollte ich vor dem Kauf achten?

Überlegen Sie sich im ersten Schritt, wie Sie Ihr Auto nutzen und wofür Sie es brauchen werden. Diese 4 Leitfragen helfen Ihnen dabei:

  1. Wie oft und wie weit fahren Sie (durchschnittlich)? Handelt es sich um einen Erst- oder Zweitwagen? Ein Zweitwagen wird oft nur für Einkaufsfahrten in näheren Umkreis benutzt und benötigt daher weniger Reichweite. Der Akku eines Elektrofahrzeugs ist immer noch der teuerste Bestandteil. Wenn Sie also Ihre durchschnittliche Strecke kennen, können Sie mit einem kleineren Akku eine Menge Geld sparen.
  2. Wo soll das Auto laden? Haben Sie für das Auto einen eigenen Stellplatz? Können Sie es bei Ihrem Arbeitgeber laden? Bei einem Elektroauto können Sie die Stand-/Parkzeit zu Ladezeit machen, sodass Ihnen stets ein geladenes Auto zur Verfügung steht.
  3. Welche Ladeleistung benötigen Sie? Nicht jedes Elektroauto kann gleich schnell laden. Der Begriff „Ladeleistung" besagt, wie schnell das Elektroauto seine Energie aufnimmt. Hiervon eine Vorstellung zu haben, kann im Zusammenspiel mit dem Ladeort und der Reichweite wichtig sein.
  4. Welches Budget haben Sie zur Verfügung? Wie oben dargelegt, können Sie den Preis eines E-Neuwagens durch die richtigen Anpassungen, vor allem bei der Akkugröße/Reichweite, einschränken. Denken Sie außerdem an mögliche Förderung.
Tipp:

Mobilitätsanalyse-Apps bieten die Erfassung des eigenen Mobilitätsverhaltens an, um Ihnen aus den gewonnenen Daten das für Sie passende Elektroauto vorzuschlagen. Damit können Sie der App die Beantwortung der Frage überlassen, welches Elektroauto für Ihre Alltagsstrecken das richtige wäre.

Sind E-Autos (noch) zu teuer?
  • Die Kosten für Batterien sind in den letzten Jahren stark gesunken – und damit auch die Gesamtkosten von Elektroautos. Allein zwischen 2010 und 2020 sanken die Kosten für Lithium-Ionen-Akkus um 89 Prozent.
  • Außerdem werden inzwischen mehr E-Autos produziert. Höhere Stückzahlen in der Produktion führen dazu, dass die Kosten für das einzelne E-Fahrzeug sinken.
  • Wichtig: Lassen Sie nicht nur die Anschaffungskosten, sondern besser die Gesamtkosten über die gesamte geplante Nutzungsdauer (also auch Steuern und Versicherung, Ladekosten, Wartungskosten etc.) in Ihre Rechnung einfließen.
Welche Fördergelder gibt es für E-Autos?
  • Kauf oder Leasing eines Elektroautos (vollelektrisch oder Plug-In-Hybrid) wird noch bis 31.12.2025 mit bis zu 6.000 Euro Umweltbonus sowie bis zum 31.12.2022 zusätzlich mit 3.000 Euro Innovationsprämie bezuschusst.
  • Den Umweltbonus tragen je zur Hälfte der Fahrzeughersteller und die Bundesregierung. Der Hersteller zieht seinen Anteil direkt vom Preis des Fahrzeugs ab. Der Abzugsbetrag muss auf der Rechnung erscheinen und als „Umweltbonus" gekennzeichnet sein.
  • Den Anteil des Bundes am Umweltbonus sowie die Innovationsprämie müssen Sie als Käufer bzw. Leasingnehmer zunächst auslegen. Auf Antrag zahlt Ihnen die BAFA das Geld nach der Kfz-Zulassung aus.
  • Weitere Informationen und Anträge finden Sie auf der Website der BAFA.
Welche Steuervorteile gibt es für E-Autos?
  • Unabhängig von der Antriebsart hängen die Wartungskosten bei jedem Auto stark von der Nutzungshäufigkeit, dem Fahrstil, der Pflege und dem Alter des Fahrzeugs ab.
  • Bisherige Erfahrungen legen nahe, dass Elektroautos weniger wartungsintensiv als Verbrenner sind. Denn ein E-Auto ist aus weniger Teilen zusammengebaut als ein konventionelles Fahrzeug, und wartungsbedürftige Bestandteile wie Öl, Getriebe, Zündkerzen, Wasserpumpe, Kupplung, Zahnriemen oder Kühler fehlen völlig.
  • Bitte halten Sie sich auch bei Elektroautos an die Serviceintervalle des Herstellers, denn die Wartung hat oft Auswirkungen auf die Garantieansprüche und stellt grundsätzlich die Verkehrstüchtigkeit des Fahrzeugs sicher!
Wie hoch sind die Kosten für Wartung und Service?
  • Unabhängig von der Antriebsart hängen die Wartungskosten bei jedem Auto stark von der Nutzungshäufigkeit, dem Fahrstil, der Pflege und dem Alter des Fahrzeugs ab.
  • Bisherige Erfahrungen legen nahe, dass Elektroautos weniger wartungsintensiv als Verbrenner sind. Denn ein E-Auto ist aus weniger Teilen zusammengebaut als ein konventionelles Fahrzeug, und wartungsbedürftige Bestandteile wie Öl, Getriebe, Zündkerzen, Wasserpumpe, Kupplung, Zahnriemen oder Kühler fehlen völlig.
  • Bitte halten Sie sich auch bei Elektroautos an die Serviceintervalle des Herstellers, denn die Wartung hat oft Auswirkungen auf die Garantieansprüche und stellt grundsätzlich die Verkehrstüchtigkeit des Fahrzeugs sicher!
Wie teuer ist Strom im Vergleich zu Benzin oder Diesel?
  • Mobilität mit Strom ist in den meisten Fällen günstiger als mit einem Verbrennerfahrzeug. Im Einzelfall kommt es auf das jeweilige Fahrprofil und Auto an.
  • Wer dazu einen Vergleich anstellen möchte, kann sich zum Beispiel mit dem Rechner von e-stations.de beispielhaft die Kosten für 100 Kilometer berechnen lassen.
  • Für den Fall, dass Sie Strom aus Ihrer eigenen Photovoltaik-Anlage nutzen, lassen sich die Kosten mit einer privaten Ladeeinrichtung, einer sog. Wallbox, sogar noch weiter senken.

Komfort und Fahren

Bringen E-Autos überhaupt Fahrspaß?
  • Ja, Elektroautos bringen Fahrspaß! Ein Elektromotor besitzt sein volles Drehmoment „aus dem Stand" und kann deshalb – im Gegensatz zum Verbrenner mit einer benötigten Drehzahl – ungewohnt schnell beschleunigen.
  • Das Gewicht und die Position des Akkus, der in den meisten Fällen im Fahrzeugboden verbaut ist, ermöglichen außerdem eine sichere und sportliche Straßenlage in Kurven.
Büße ich mit einem E-Auto an Komfort ein?
  • Im Gegenteil. Das Elektroauto bietet einige Vorteile für entspanntes Fahren, vor allem hinsichtlich der Lautstärke: Ein Elektroauto fährt viel leiser, zumindest bei niedrigeren Geschwindigkeiten. Erst bei höheren Geschwindigkeiten überwiegen die Abrollgeräusche der Reifen sowie die Geräusche des Luftwiderstands.
  • Die meisten Elektroautos verfügen über ein Ein-Gang-Getriebe. Damit sind keine Schaltvorgänge nötig, auch dadurch bewegt sich das Auto reibungsloser und leiser.
  • Können Sie Ihr E-Auto zuhause aufladen, wird der Komfortvorteil unschlagbar. Denn bei intelligenter Planung können Sie damit Fahrten an öffentliche Ladestationen fast völlig vermeiden.
  • Schließlich arbeiten die Elektromotoren im E-Auto mit der sog. Rekuperation (von lat. recuperatio = Wiedergewinnung). Diese ermöglicht die Rückgewinnung von Energie beim Abbremsen und bedeutet in der Fahrpraxis: Wenn Sie vom Strompedal gehen, bremst das Auto automatisch ab – je nach Fahrsituation und Fahrzeug schwächer oder stärker.
Was ist Rekuperation?
  • Ein großer Vorteil von Elektromotoren ist es, die Bewegungsenergie des Autos durch Abbremsen wieder in den Akku zurückspeisen zu können – die sogenannte Rekuperation.
  • Wenn Sie in einem Elektroauto vom Strompedal gehen, bremst das Auto automatisch ab – je nach Fahrsituation und Fahrzeug schwächer oder stärker. Damit kann die Energie, die bei einem Verbrennungsfahrzeug zu Wärme wird, beim Elektroauto in Strom umgewandelt und in den Akku zurück gespeist werden. Das verringert zusätzlich die Abnutzung der Bremsen.
Wie helfen Ladekarten bzw. Lade-Apps?
  • Die Apps verschiedener Anbieter ermöglichen es, den Überblick über die zahlreichenen öffentlich zugänglichen Ladestationen zu behalten und aus der Ferne Informationen zu diesen einzusehen.
  • Manche Apps bieten zusätzlich zur reinen Nennung der Ladestationen weitere Features an, zum Beispiel: Filterung der Stationen, überschlägige Berechnung der Ladekosten sowie der Ladezeit, Anzeige eines zeitabhängigen, erfahrungsgemäßen Belegungsstatus, Bewertungen der Stationen, Routenplanung, Kostenvergleich der unterschiedlichen Bezahlmöglichkeiten.
  • Die gängigsten Ladeatlanten derzeit sind:

    https://www.goingelectric.de/stromtankstellen
    https://ladesaeulenregister.de
    https://ladeatlas.bayern

Was leisten Routenplaner-Apps?
  • Viele Elektroautos können die Planung einer Fahrtstrecke noch nicht automatisch auf die Gegebenheiten der Strecke und des Autos anpassen. Um hier Abhilfe zu schaffen und um auch eine Streckenplanung am Handy zu ermöglichen, gibt es Routenplaner-Apps.
  • In diesen Apps können Sie hinterlegen, welches E-Auto-Modell Sie besitzen, und bekommen dann eine Routen- und Ladeplanung angezeigt, die auf den Daten Ihres Autos beruht.
  • Der angezeigte Routenplan nennt am Ende alle nötigen Ladestopps und rechnet diese auch bereits in die Zeitplanung ein. So wissen Sie bereits vor der Abfahrt, wie lange die Fahrt inklusive der dafür notwendigen Ladezeiten dauern wird.
Was bieten Treueprogramme?
Analog zu Bonussystem-Anbietern wie Payback gibt es auch im Bereich der Elektromobilität inzwischen Anbieter, die das Einkaufen bei ausgewählten Partnern mit einer Gutschrift belohnen. Die Gutschrift können Sie dann über deren App an bestimmten Ladestationen einlösen.

Wallbox und privates Laden

Dauert das Aufladen lange?
Die Frage lässt sich nicht pauschal für alle Fahrzeuge gleichermaßen beantworten. Deshalb rechnen wir im Folgenden mit einem Beispiel. Das Beispiel-Auto verfügt über eine Akku-Kapazität von 50 Kilowattstunden (kWh) und ist damit im Preissegment der Mittelklasse unterwegs. Der Akku wird von 20 auf 80 Prozent geladen, und zwar mittels folgender verschiedener Ladevorgänge:

  • 2,3 kW AC-Ladung an einer Schuko-Steckdose (10 A, 230 V, 1-phasig)
  • 3,7 kW AC-Ladung an einer Schuko-Steckdose (16 A, 230 V, 1-phasig)
  • 11 kW AC-Ladung an einer Wallbox oder Ladesäule (16 A, 230 V, 3-phasig)
  • 22 kW AC-Ladung an einer Wallbox oder Ladesäule (32 A, 230 V, 3-phasig)
  • 50 kW DC-Ladung an einem Hypercharger (125 A, 400 V)

(AC: Wechselstrom, DC: Gleichstrom)

Ergebnis: Die Ladezeiten schwanken zwischen 40 Minuten (beim 50 kW DC-Hypercharger) und 15 Stunden (bei 2,3 kW AC-Ladung an einer Schuko-Steckdose). Die genauen Ladezeiten entnehmen Sie bitte der folgenden Abbildung:

Abb.: Dauer des Ladevorgangs von 20 % auf 80 % beim Elektroauto
(analog zu: faktencheck-energiewende.at/fakt/wie-lange-dauert-die-ladung-des-akkus-und-wo-kann-ich-laden)

Übrigens: Auch das Tanken eines Verbrennungsfahrzeugs beansprucht mehr Zeit, als Sie vielleicht denken. Tanken Sie beispielsweise beinahe wöchentlich und damit 50 Mal pro Jahr und setzen dafür 8 Minuten pro Tankvorgang an, verbringen Sie jedes Jahr 6 Stunden und 40 Minuten an Tankstellen.
Wie finde ich die richtige Wallbox?
Um zuhause laden zu können, benötigen Sie in den meisten Fällen einen eigenen Stellplatz sowie eine private Ladestation in direkter Nähe: die sog. Wallbox. Achten Sie bei der Auswahl bitte auf diese 8 Punkte:
  1. Zusammenspiel Auto und Wallbox: Nicht jedes Auto verfügt über die gleiche maximale Ladeleistung. Achten Sie deshalb darauf, welche Wechselstrom-/AC-Leistung Ihre zukünftige Wallbox abgeben können muss. Wallboxen mit einer hohen Leistung von 22 Kilowatt wirken auf den ersten Blick sinnvoll, sind aber meist teurer und können ihren Leistungsvorteil nicht ausspielen, wenn das Auto nicht mitmacht.
  2. Verfügbare Leistung am Stellplatz: Dieselbe Herangehensweise lässt sich auf das Haus bzw. den Stromanschluss der Wallbox anwenden. Ihr Hausanschluss ist auf einen bestimmten Wert limitiert, solange Sie diesen nicht erhöhen wollen oder können. Liegt die für die Ladestation verfügbare Leistung bereits unterhalb der Möglichkeiten der Wallbox (z. B. 11 Kilowatt Anschluss für eine 22 Kilowatt Station), muss die Wallbox also gar nicht so leistungsstark ausfallen.
  3. Passender Stecker: Die in Deutschland verfügbaren E-Fahrzeugmodelle sind fast alle mit einem Typ-2-Stecker ausgestattet, der sich auch an fast allen Wallboxen wiederfindet. Dennoch ist ein kurzer Abgleich des Autos mit der gewünschten Wallbox anzuraten.
  4. Kabel oder Stecker: Es gibt viele Wallboxen mit Typ-2-Stecker, einige auch in der Version mit bereits fest verbautem Kabel. Letzteres bietet den Vorteil, das Kabel nicht bei jedem Anstecken aus dem Kofferraum holen zu müssen und es je nach Variante auch an der Wallbox aufwickeln zu können.
  5. Funktionsumfang: Wallboxen können über Zusatzfunktionen verfügen, z. B.: Zugangskontrolle zum Abschließen der Wallbox; Möglichkeit zur intelligenten Nutzung von Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage; Kommunikation mit anderen Verbrauchern (z. B. Wärmepumpe) oder anderen Ladestationen. Überlegen Sie vorab, welche Zusatzfunktionen Sie benötigen.
  6. Schutzeinrichtungen: Achten Sie beim Kauf der Wallbox darauf, dass diese entweder einen Fehlerstromschutzschalter Typ B oder Typ A in Verbindung mit Gleichfehlerstromerkennung hat. Damit vermeiden Sie zusätzliche kostenintensive Einbauten durch den Elektriker. Schließen Sie die Ladestation über einen eigenen Stromkreis an, um Gefahren für die restliche Installation zu minimieren.
  7. Service und Kundendienst: Informieren Sie sich vorab, welche Leistungen Ihr Installateur im Falle einer Störung anbietet.
  8. Anmeldung:Dem Netzbetreiber müssen Sie elektrische Verbraucher in der Größenordnung einer Wallbox melden. Konkret müssen Sie eine Ladestation mit einer Leistung unter 12 Kilowatt beim Netzbetreiber nur anmelden, eine Ladestation mit einer höheren Leistung darüber hinaus sogar genehmigen lassen. Beides können Sie selbst erledigen, wird aber in den meisten Fällen vom installierenden Elektriker übernommen.
Welche Fördergelder gibt es für Wallboxen?
Die aktuell verfügbaren Förderprogramme können Sie in der digitalen Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz einsehen. Über die Filterfunktion können Sie Ihre Suche eingrenzen. Außerdem gibt es Angebote von Privatunternehmen, etwa von The Mobility House oder chargepoint, die eine direkte Filterung etwa nach der Postleitzahl ermöglichen.

Ein Landkreis als Gebietskörperschaft darf keine Förderung anbieten, eine Gemeinde hingegen schon. Gehen Sie am besten auf Ihre Wohnsitzgemeinde bzw. die Zulassungsgemeinde zu und fragen Sie dort nach einer Förderung.

Was bedeutet Wallbox-Sharing
  • Wallbox-Sharing meint das Teilen von privaten Ladestationen. Bestimmte Internet-Plattformen, zum Beispiel youcharge oder charge@friends, haben Konzepte aufgelegt, die Ihnen eine überwachte, gemeinsame Nutzung Ihrer Ladestation mit Nachbarn, Freunden oder Bekannten erlauben. Auch Unternehmen können diese Lösung nutzen und ihre Ladeinfrastruktur teilen, jedoch keine öffentlichen Ladestationen.
  • Preis und mögliche Ladezeiten können Sie als Wallbox-Sharing-Anbieter*in selbst wählen.
  • Wichtig zu wissen: Um rechtskonform zu handeln, dürfen Sie nur Strom weiterverkaufen, den Sie von Ihrem Stromversorger beziehen. Wollen Sie selbstproduzierten Strom etwa von Ihrer eigenen Photovoltaik-Anlage weiterverkaufen, müssen Sie die rechtlichen Anforderungen als Stromverkäufer*in erfüllen.

Reichweite und öffentliches Laden

Komme ich mit einem E-Auto in den Urlaub?
  • Moderne Elektroautos fahren inzwischen im Schnitt über 300 km bei voller Ladung.
  • Bei längeren Fahrten empfiehlt der ADAC ohnehin, jeweils nach zwei Stunden Fahrtzeit eine Pause einzulegen, damit keine Übermüdung eintritt. Übermüdung führt alleine in Deutschland jährlich zu 1.500 bis 2.000 Unfällen mit Personenschaden.
  • Grundsätzlich gilt: Die Zukunft der Mobilität ist wohl elektrisch (aufgrund der Umweltbilanz) – seien es E-Autos, E-Bikes oder der öffentlichen Personenverkehr. Das wird die Art und Weise unserer Fortbewegung verändern: Wir werden mehr Zeit für unsere Fortbewegung einplanen (müssen). Das können wir auffangen, indem wir unsere Reiseroute im Vorhinein entsprechend anpassen – und schon den Weg in den Urlaub als Urlaub begreifen.
Bleibe ich mit einem „leeren" E-Auto einfach liegen?
Mit einem Elektroauto bleiben Sie genauso wenig liegen wie mit einem Verbrennerauto. Denn sobald die Akkuladung unter einen bestimmten Wert sinkt, warnt Sie das Auto und rät zum Aufsuchen einer Ladestation auf – genau so, wie das bei einem Verbrennerauto der Fall wäre.

Eine komplette Entleerung des Akkus sollten Sie grundsätzlich vermeiden, da dies dem Akku schaden kann.

Wie funktioniert das Laden an öffentlichen Ladesäulen?
  • In den Landkreisen München und Ebersberg stehen Ladesäulen von verschiedenen Anbietern zur Verfügung, die jeweils ihre eigenen Ladetarife verwenden.
  • Darüber hinaus gibt es inzwischen große Anbieter, die Netzwerke begründet haben (sog. Roaming-Anbieter), sodass es Ihnen möglich ist, mit einer Ladekarte an den meisten Ladesäulen zu laden.
Das Laden an sich ist ganz einfach: Sie stellen Ihr Fahrzeug auf die ausgewiesene Stelle und schließen es mit Kabel an die Ladesäule an. Dafür gibt es entweder ein an der Ladesäule angeschlagenes Kabel, oder Sie müssen Ihr eigenes verwenden. Anschließend nutzen Sie Ihre Ladekarte oder Lade-App für den Bezahlvorgang an der Säule. Am Ende entfernen Sie das Ladekabel einfach und können losfahren.
Wo in meiner Nähe finde ich die nächste Ladesäule?
Um die nächstgelegenen Ladesäulen herauszufinden, zeigt Ihnen entweder das Bordsystem Ihres Fahrzeugs sinnvolle Optionen an, oder Sie verwenden einen der gängigen Ladeatlanten, zum Beispiel:

-       https://www.goingelectric.de/stromtankstellen

-       https://ladesaeulenregister.de

-       https://ladeatlas.bayern

Umweltbilanz und Recycling

Wie funktioniert der THG-Quotenhandel?
  • E-Auto-Fahrer*innen können sich für das von ihnen eingesparte CO2 am Energiemarkt jährlich einen Geldbetrag ausschütten lassen, beginnend mit dem Jahr 2022. Diese Ausschüttung kann je nach Markt- und Anbieterkonditionen bis zu 400 bis 500 € betragen, für private E-Auto-Fahrer*innen sogar steuerfrei. 
  • Berechtigt sind Sie als Fahrzeughalter*in (privat oder gewerblich) eines rein batteriebetriebenen E-Fahrzeugs. Für das Fahrzeug muss eine Zulassungsbescheinigung Teil I im Sinne der Fahrzeug-Zulassungsverordnung vorliegen. Darunter fallen E-Pkw, E-Busse, E-LKW, E-Transporter, E-Motorräder und E-Leichtfahrzeuge, jedoch keine Pedelecs oder E-Bikes. Hybride sind ausgeschlossen.
  • Die Berechtigung zum Quotenhandel gilt unabhängig davon, ob das Fahrzeug gekauft, geleast oder finanziert wurde, sofern Sie in der Zulassungsbescheinigung als Fahrzeughalter*in eingetragen sind.
  • Suchen Sie sich im 1. Schritt einen Dienstleister für den THG-Quotenhandel aus. Zum Beispiel die Online-Plattform „goingelectric.de" bietet dafür eine Auflistung: https://www.goingelectric.de/wiki/Uebersicht-THG-Quoten-Vermittler.
  • Melden Sie sich dann bei dem Dienstleister Ihrer Wahl an. Dafür reichen in der Regel die Adressdaten, eine Kopie der Zulassungsbescheinigung und eine Bankverbindung.
  • Lesen Sie sich die Bewertungen und die Geschäftsbedingungen der jeweiligen Anbieter genau durch, und achten Sie natürlich auch darauf, wieviel am Ende ausgezahlt wird. Die Auszahlungssumme hängt davon ab, welchen Verwaltungskostenanteil der Anbieter berechnet und zu welchem Preis er das gebündelte CO2-Kontingent seiner Kunden am Markt verkaufen kann.
  • Weitere Informationen finden Sie hier auf unserer Website.
Wie sieht die Treibhausgasbilanz von Elektroautos aus?
  • Um die Treibhausgasbilanz eines Fahrzeugs einschätzen zu können, sollte dessen gesamter Lebenszyklus betrachtet werden. Dazu gehört neben der Herstellung, Nutzung und Wartung auch die Verwertung am Ende dieses Lebenszyklus.
  • Eine solche Gesamtlebenszyklus-Betrachtung unternimmt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI und des Ifeu-Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg bei verschiedenen Antriebstechnologien. Ergebnis: Ein Elektroauto weist gegenüber einem konventionellen Benziner eine um 46 Prozent bessere Treibhausgasbilanz auf – auf Basis des deutschen Strommixes im Jahr 2020. Wird das Elektroauto rein mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen (z. B. aus der eigenen Photovoltaikanlage), fällt die Bilanz um 66 Prozent besser aus.
  • Ähnliches besagt die Metastudie von Agora Energiewende, die die Ergebnisse von 23 Einzelstudien auswertet. Hier wird der Klimavorteil eines Elektroautos gegenüber einem konventionellen Benziner auf Basis des deutschen Strommixes 2019 mit rund 29 Prozent beziffert; bei Nutzung von erneuerbaren Energien liegt der Klimavorteil bei 57 Prozent.
Wie sieht die Ressourcenbilanz von Elektroautos aus?
  • Die Elektromobilität stellt im Pkw-Individualverkehr eine Antriebswende dar – eine wirkliche Verkehrswende ist das aber noch nicht! Denn auch für E-Autos werden verhältnismäßig viele Rohstoffe verbraucht und gebunden, betrachtet man den Aufwand je Sitzplatz. Hier schneiden etwa Busse oder Bahnen grundsätzlich besser ab.
  • Reine Elektroautos verbrauchen aktuell in ihrer Herstellung sogar mehr Rohstoffe als vergleichbare Verbrenner, dies vor allem für die vorherrschende Zusammensetzung der Antriebsbatterien: Um attraktive Reichweiten der Fahrzeuge für den Massenmarkt anbieten zu können, ist eine bestimmte Menge an Batterie-Rohstoffen unverzichtbar.
  • Natürlich forscht und arbeitet die Batterie-Entwicklung stetig an einer besseren, möglichst potenten und gleichzeitig umweltverträglichen Zusammensetzung. Bis die Ergebnisse dieser Arbeit in Fahrzeugen auf den Straßen unterwegs sein werden (zum Beispiel in Form von Natrium-Ionen-Batterien mit viel breiter verfügbaren Rohstoffen), werden noch ein paar Jahre vergehen.
  • Außerdem wird intensiv am Recycling von Fahrzeugbatterien geforscht. Es entstehen stetig neue Recyclingfabriken, unter anderem mit Beteiligung der großen Autohersteller.
In welchem Umfang werden E-Auto-Batterien recycelt?
  • Das Recycling von E-Auto-Batterien ist nach Aussagen von Recyclingunternehmen soweit fortgeschritten, dass 95 Prozent eines Antriebsakkus aus technischer Sicht recycelt werden können.
  • Für den auslastenden Betrieb der Recycling-Fabriken fehlt derzeit die Ware, denn die allermeisten verkaufen Elektroautos sind noch in Betrieb. Es fallen nur geringe Recycling-Mengen an, etwa aus Unfall- oder Prototyp-Fahrzeugen.
  • Wenn in einigen Jahren die Menge der rückläufigen Akkus ansteigt, sollten die Recycling-Prozesse somit erwartungsgemäß gut optimiert laufen.